Text eiBeepworld.de - NEWSLETTER #171 vom 26.01.10 - 3.807.000 Mitgliederngeben

 
1 - Vorwort
 

Das ist schon ein seltsames Ding mit der Privatsphäre. Ich buchstabiere: P-R-I-V-A-T-S-P-H-Ä-R-E, da die meisten Jüngeren der Facebook-, Youtube- und Twittergeneration das Wort gar nicht mehr kennen.

Ein Foto mit heruntergelassenen Hosen auf der Klobrille sitzend ist für viele kein Aufreger mehr, wird man aber abgelichtet in der Kirche betend ist das höchst privat und wird als peinlich angesehen.
Hobbies im öffentlichen Facebook-Profil anzugeben wie „Koma saufen, Mädchen anmachen, Jungs abschleppen“, sexuelle Präferenzen, Körbchengröße, Anzahl der Sexualpartner, alles total normal.
Wenn das von der Mehrheit geteilt wird, was Mark Zuckerberg, jugendlicher Milliardär weil Gründer von Facebook sagt, ist das eine Kulturrevolution „Privatsphäre ist keine soziale Norm mehr“. Die Innenminister dagegen, die mit Macht den Nacktscanner an Flughäfen und gefährdeten öffentlichen Gebäuden durchsetzen wollen, wird es freuen.
Immer noch respektieren die meisten aber Privates, solange es eingebettet in einen Zusammenhang ist, d.h. Beten in einer Bar und Fluchen in einer Kirche ist auch heute noch sozial inakzeptabel, umgekehrt ist es natürlich o.k. Fröhliche Fotos einer wilden Party publiziert auf einer Partywebsite ist für die meisten Teilnehmer ein großer Spaß. Dieselben Fotos aber beim Googlen vom künftigen Arbeitgeber gefunden, losgelöst vom Zusammenhang, ist sicher keinem der Abgelichteten Recht.
Das Problem aber ist, dass das Internet alles Private auf ewig isoliert öffentlich macht und damit seines Kontexts beraubt.
Deshalb haben wir bei Beepworld alle persönlichen Abfragen, soweit es nicht das Gesetz oder der technische Betrieb erfordert, bei der Anmeldung rausgenommen,
ein kleiner Beitrag, um allen Mitgliedern das Wort „Privatsphäre“ wieder in den aktiven Wortschatz zurückzubringen,
meint Euer thofi


 

 
 
 
 
3 - Beepworld sponsort gemeinnützige Projekte
 

Wie andere Unternehmen auch erhalten wir täglich zwei oder drei Bettelmails. Hier soll eine Jugendfußballmannschaft unterstützt werden, dort ein Rockkonzert für Haiti, hier ein Schulfest, dort ein Ponyhof für Behinderte.
So sehr uns das eine oder andere Anliegen im Einzelfall überzeugt, konzentrieren wir unsere Unterstützung lieber auf ein einziges Thema, um wirksam zu werden. Bei uns ist das vor allem Kulturförderung. Kultur ist das, was uns vom Tier unterscheidet. Kultur wie Kunst, Musik, Theater und Literatur und damit Bildung, ist das was einen auffangen kann, wenn Job, Gesundheit und/oder soziale Bindungen gefährdet oder verloren gegangen sind. Kultur zeigt uns, dass es da was gibt, das größer ist als man selber und dem Leben über das reine Essen, Trinken, Ausscheiden und Fortpflanzen einen Sinn verleiht.
Wir unterstützen schwerpunktmäßig Theater- und Literaturvereinsprojekte, stellen Technik und Internet-Plattformen kostenlos zu Verfügung. Wenn uns dann aber ab und an im Einzelfall ein Schicksal besonders anspricht, weil jemand z.B. wegen Krankheit und Jobverlust das Geld für seine gemeinnützig ausgerichtete anspruchsvolle Beepworldseite nicht mehr aufbringen kann, dann durchbrechen wir schon mal unsere Regeln und statten die Seite gratis mit einem unserer Leistungspakete aus.

 

 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
6 - Glosse
 

Wie, wieso ich Sie so persönlich anspreche? Ich kenne Sie nicht? Verehrter Herr, verehrte Dame, das können wir ändern. Geben Sie mir einfach mal kurz Ihren neuen elektronischen Personalausweis ePA zum Auslesen an meinem PC, den sich nach jetziger Planung jeder Bürger ab November ausstellen lassen kann, und ich verrate Ihnen Dinge über Sie, die nicht mal Sie selber kannten. Name und Adresse, kennen Sie natürlich. Geschlecht? Ja. Geburtsdatum und Körpergröße, kennen Sie, wollten Sie aber eigentlich für sich behalten. Biometrische Daten ihres Gesichts? Naja, unvermeidbar beim Rasieren, Haarkämmen oder Hut Zurechtrücken täglich vor Augen. Kreditwürdigkeit? Zum Tanken reicht es gerade noch.
Ich verrate Ihnen aber noch mehr über sich, in Zusammenhang mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte, die ich mit Ihrem ePA gleich mit authentifizieren kann. Aha, wohl häufiger Saunagänger bei Ihrer exzessiven Verschreibung von Fusspilzsalben, und die Gnädigste war schon lange nicht mehr beim Gynäkologen? Naja, wo nichts benutzt wird, kann auch nichts kaputt gehen. Und wenn wir schon mal dabei sind kann ich auch gleich mal mit Ihrem ePA Ihre Steuerdaten auf Elster und Arbeitsdaten auf ELENA authentifizieren. Zweimal von Ihrem Arbeitgeber abgemahnt, aber trotzdem frisch eine neue Hypothek aufgenommen? Arm dran, kann ich aus Einsicht in Ihre gesamten drei Karten nur schließen.

Na gut, Sie haben recht, ohne Ihr 6 stelliges Passwort (wie lautet nochmal der Mädchenname Ihrer Mutter mit 6 Buchstaben?) kann ich mit Ihrem ePA nicht viel anfangen. Sie aber, und das ist durchaus praktisch, emails ver- und entschlüsseln, und zur Authentisierung in E-Commerce- und E-Government-Anwendungen nutzen.
Sie schreckt das Missbrauchspotenzial nicht, sagen Sie? Ja, sind Sie naiv oder unverbesserlich obrigkeitsgläubig? Weder noch? Recht haben Sie.
Lassen Sie uns gemeinsam an die Fehlbarkeit der Programmierer glauben. Wenn beim letzten Jahreswechsel 2010 durch das Verwechseln einer Dezimal- mit einer Hexadezimalzahl ein einzelner Programmierer gut 30 Mio. Geldkarten unbrauchbar machen und damit tagelang Bezahlen und Geldabheben von ebenso vielen Menschen verhindern konnte, sind wir bester Hoffnung, dass es sobald nicht zu dem ePA kommt.

 

 
 
 
 

 

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